Bregaglia, 4. Dezember 2017. Die nach den Murgängen vom August erstellten Materialdeponien haben mehr als achteinhalb Hektaren Land bei Bondo vorübergehend oder dauerhaft unbrauchbar gemacht. Den betroffenen Landwirten sollen Entschädigungen und Landumlegungen im Rahmen einer Teilmelioration angeboten werden. Derweil benötigt die Gemeinde zusätzlichen Deponieplatz für das Material künftiger Murgänge.

Bondo 2027 – Visualisierung Deponie 2027 | (c) Studio Bürgi für Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden

In der Ebene westlich von Bondo wurden nach den Murgängen vom August bisher rund 360’000 Kubikmeter Murgangmaterial deponiert. Für die dazu unter Notrecht erstellten, neuen Deponien, die provisorischen Bodendepots und die Baupisten mussten 7,6 Hektaren landwirtschaftliches Wiesland und eine Hektare Wald kurzfristig umgenutzt werden.

Die beiden neuen Deponien haben langfristige Auswirkungen auf die betroffenen Parzellen und deren Nutzung. Die betroffenen acht Landwirte und die Bodeneigentümer sollen für erlittene Wertverluste und Ertragseinbussen entschädigt werden oder neue Grundstücke zugeteilt bekommen. Die Gemeinde Bregaglia plant dazu eine Teilmelioration des Gebietes.

Die Erstellung, der Betrieb und die Renaturierung der Deponien werden von einer unabhängigen Umweltbaubegleitung und einem Landschaftsarchitekten konzipiert und begleitet. Sie stellen sicher, dass die Deponien umweltverträglich sind und langfristig nicht als Fremdkörper in der Landschaft wahrgenommen werden. Die Pläne dazu wurden der Bevölkerung am Montag vorgestellt.

Wegen ihrer Grösse werden die Deponien als Veränderungen des Talbodens sichtbar bleiben. Der gerodete Wald soll in den neuen, steilen Böschungen der Deponie wieder anwachsen und mit zur Landschaftsgestaltung beitragen. Rund ein Drittel des betroffenen Wieslandes wird schon 2018 wieder für die Landwirtschaft genutzt werden können.

Bondo 2022 – Visualisierung Deponie 2022 | (c) Studio Bürgi für Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden

Mehr Deponieplatz gesucht

Da damit gerechnet werden muss, dass es schon in näherer Zukunft zu weiteren Murgängen kommt, wird zusätzlicher Deponieplatz benötigt. Die grössere der beiden Deponien bietet zurzeit zwar noch Platz für etwas mehr als 300’000 Kubikmeter Material. Die Gemeinde Bregaglia evaluiert aber dennoch weitere Deponiestandorte für kommende Murgänge.

Im Seitental Val Bondasca wurden schätzungsweise 2,8 Hektaren Wiesland und 13,7 Hektaren Wald von Felssturz- und Murgangmaterial überdeckt. Die Überdeckung ist stellenweise mehr als 30 Meter hoch, so dass nicht damit gerechnet werden kann, die Flächen in absehbarer Zukunft wieder als Weideland nutzen zu können. Mit den betroffenen Landbesitzern werden deshalb auch in diesem Teilgebiet Lösungen gesucht.

Bondo 2017 – noch ohne Deponie | (c) Studio Bürgi für Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden

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