St. Moritz wählt Festivaldirektor und Entertainer zum Gemeindepräsidenten

Der Schweizer Bergferienort St. Moritz hat Christian Jott Jenny zu seinem Gemeindepräsidenten* gewählt. Jenny ist der Gründer und Direktor des internationalen Festival da Jazz und war erst vor zwei Jahren in den bekanntesten Winterferienort der Welt gezogen. Einheimische und Gäste freuen sich nach der Wahl auf einen neuen Schub für die weltweite Ausstrahlung ihrer alpinen Topdestination.

Seit mehr als zehn Jahren bringt Christian Jott Jenny weltbekannte Musiker an sein «Festival da Jazz» nach St. Moritz. Al Jarreau, Norah Jones oder Herbie Hancock spielten im legedären «Dracula Club», Earth Wind & Fire rangen bei Open Air-Konzerten in der dünnen Bergluft nach Atem und Stargeiger Nigel Kennedy spielte für ihn am Hotelpool. Jenny selbst ist ausgebildeter Opern-Tenor: Er sang einst als Knabensolist an der Seite von Luciano Pavarotti.

Mit Politik hatte man Jenny bisher nur dann in Verbindung gebracht, wenn er sich mit den Spitzen der kantonalen und nationalen Politik und Wirtschaft an seinem Festival traf. «St. Moritz hat als Marke und als Ort ein riesiges Potential, das in den letzten Jahren nicht immer ausgeschöpft wurde», sagt der neu Gewählte zu seinen Beweggründen. «Ich bin kein Politiker, ich bin Künstler und Unternehmer. Und ich möchte diesem einzigartigen Ort, der mir so viel bedeutet, etwas zurückgeben.»

Der Künstler, der von einem Netz von Freiwilligen unterstützt wird, hat St. Moritz wachgeküsst: Gegen den Widerstand der etablierten Parteien wurde Christian Jott Jenny am Sonntag zum Gemeindepräsidenten von St. Moritz gewählt.

* Hinweis an deutschsprachige Medien: Der politische Vorsteher einer Gemeinde heisst in der Schweiz «Gemeindepräsident». In Deutschland und Österreich wird er üblicherweise als Bürgermeister bezeichnet.

Comments

comments